Es gibt manchmal Tage, da muss ich wirklich früh am Morgen raus, um irgendwann gegen Mittag mein Ziel zu erreichen. Meist macht mir das nichts aus, im Frühling und im Sommer sws nicht.
Aber bei Nebel fahre ich nicht gerne, speziell dann, wenn ich vor mir nur gerade ein Rücklicht sehe, und dann später merke, dass es doch ein Auto ist und nicht ein Motorrad.
Heute war wieder mal so ein Tag. Ich musste in die Nähe von Bern. Anfangs nichts als Nebel, dicht. Und ich habe mich gewundert, dass da nirgends ein Unfall geschehen ist. Jedenfalls habe ich keinen gesehen und auch im Radio gab es keine Staumeldungen.
So bin ich denn mit
80 bis 90 auf der Autobahn geschlichen und ich wudnerte ob der deustchen familienkarossen, die wohl verfrüht in die Skiferien gestartet sind, den Sarg auf dem Mercedes-Dach, voll besetzte Autos, immer links fahrend, lichthupend, wenn ich da mal zwischen den Lastenwagenkolonnen ausbrechen wollte, ich war chancenlos, Mercedes und BMW sind immer im Recht. Auch wenn sie links fahren…

So bin ich halt gegondelt, und irgendwo bei Solothurn kam dann die Sonne aus dem Nebel, gekrochen zuerst, dann zaudernd, dann blinzelnd. Und plötzlich war der Himmel blau und die Sicht war frei und dann ging die Raserei auf der linken spur erst richtig los. Die 100 Stundenkilometer-Begrenzung beim Hügel von Wiedlisbach hat da keine Karosse gestört, die hatten mehr als 150 drauf, zisch und braus, und ich dachte mir einfach, hoffentlich steht da mal wieder der Blitzwagen und später die Sperre und die Leutchen dürfen ihr Feriengeld gleich mal halbieren oder das Auto abstellen. War leider nicht so.
Auch die Rennen der Lastwagen waren höchst imposant, die haben dann die Raserei ein bisschen abgebremst und ich kam auf der rechten Spur weiter als manch einer auf der linken. Und irgendwann kam ich dann ans Ziel, unbeschadet. Da ich zwischendurch ja gondelte, hatte ich auch Zeit für Autobahn-Fotos. Mit und ohne Nebel…
