Redaktioneller Abbau…
27.01.2009 - 16:23 posted by ghost…kommt meist einem Verlust an Qualität gleich. Und wer über Jahre hinaus den Raubbau an der Redaktion der Basler Zeitung (BAZ) mitverfolgt hat, wundert sich nicht, dass das Niveau, resp. die Lesbarkeit, des Blattes immer tiefer sinkt.
Und noch weniger wundert es, dass das Gratisblatt Baslerstab inzwischen wohl mehr Leser hat - schliesslich wirbt es nicht direkt neben einer Wermut-Reklame mitten in der Stadt für sich selbst…
Autofahrer aufgepasst!
26.01.2009 - 18:17 posted by ghostWer schon einmal in Amsterdam mit dem Auto unterwegs war, der kennt diese Geschichte. Und sonst reicht es, nur nach Basel zu fahren…
Denn in Basilea nimmt sich jeder Fahrrad-Nutzer jede Freiheit. Von Winken beim Abbiegen keine Rede. Vom Fahren auf dem Fussgängerstreifen - da weiss niemand was und jeder tut es. Und beim Parkieren tun sich die Räder weh - es sind keine Parkplätze für Mercedes-Limos, nein, da muss man sich rein quetschen. Wer zuerst kommt, hat Glück…
Rabatt
25.01.2009 - 9:34 posted by ghost
Als ich in Basel war vor ein paar Tagen, sah ich nahezu in jedem Laden, den ich wahrnahm, das Prozent-Zeichen. Woraus ich folgerte: Da gibt es was billiger…
Das Problem war dann nur, auch zu merken, dass etwas billiger geworden ist. Und wenn, dann was? Denn Preise für wollig gefütterte Schafsfell-Lederjacken im Pilotenstyle kosten trotz dem %-Zeichen immer noch ein Vermögen.
Spieglein, Spieglein an der Wand…
23.01.2009 - 17:00 posted by ghost
Wer wie ich einst aus einer netten Stadt aufs Land zog und sich dort dann häuslich nieder gelassen hat, allen Widrigkeiten zum Trotz, der ist froh, wenn er so alle paar Monate einmal wieder in eine Stadt kommt. Deshalb fahre ich so gerne immer wieder nach Basel.
Und auch wenn ich bald alle Gassen der Altstadt und auch teilweise jene Kleinbasels kenne, entdecke ich jedes Mal Neues. So auch gestern, als wir dem Hochnebel entfleucht sind und uns in Basel, zwar bei Bise, an der Sonne erfreuten. Da die Verkehrsbetriebe ausserordentlich gut ausgebaut sind, ist es in Basel möglich, völlig ohne Auto zu leben. Das bewegt mich auch immer wieder, mit dem Zug in diese Grenzstadt zu fahren - ein schönes Gefühl, zum Mittagessen ein Glas trinken zu dürfen und am Nachmittag irgendwo ein Bier. Als Autofahrer könnte ich das nicht machen.
Basel: Der Spiegel seiner selbst. Das beginnt am Bahnhof, wo Dich in diesen Wochen die Blagetten-Verkäufer animieren wollen, doch auch ein Fasnacht-Abzeichen zu kaufen. Das geht weiter zu den Verkäufern der Surprise, der Zeitung der Arbeitslosen, ein wundersames Projekt, das seit Jahren schon immer ums Überleben kämpft. Dort in Basel gibt der Fährmann sogar eigene Briefmarken heraus - frankaturgültig, mit Erlaubnis der Post. Leider hat er noch keinen Sonderbriefkasten samt Sonderstempel auf seiner Fähre, sonst könnten das Raritäten werden. Da stellt sich die Post quer. Vermutlich müsste der Fährimann zuerst die Prüfung zum amtlich diplomierten Postbriefkasten-Entleerer machen oder so…
Jedenfalls ist Basel immer für Überraschungen gut. So entdeckte meine Frau das Haus “Zum rechten Winkel”. Es stand zwar ziemlich schräg, aber es heisst nun einfach so. Und ich musste mich irgendwie an rechtwinklige Dreiecke erinnern, an den Herrn Pythagoras, und beim nächsten Bier hatte ich wieder diese Erinnerungen im Kopf.
Schon seltsam, was so ein Ausflug aus der tiefsten Provinz in eine pulsierende Stadt bewirken kann…
Sitte herrscht
19.01.2009 - 18:20 posted by ghost
Sankt Urban: Früher ein Kloster. Dann eine Anstalt für Täter. Also nicht sehr gross der Unterschied. Und heute so irgendwas dazwischen. Aber die Kirche hat eine Akkustik - da würde ich gerne einmal die Pink Floyd drin hören.
Es waren wohl nur ganz wenige Besucher in meinem Hüttli, die dann auch hier geschlafen haben, denen ich die Kirche nicht gezeigt habe. Obwohl ich schon längst diesem Papst-Geschrei entsagt habe, diese Kirche ist eine Oase. Auch ohne Amen. Und wenn Du Glück hast, bist Du ganz alleine auf einer der Holzbänke und Dein Atem tönt aus allen Wänden und Du weisst, Du lebst noch.
Manchmal würde ich mir wünschen, dass sich auch gewisse Banker eine Viertelstunde Verschnaufpause in St. Urban gönnen - nicht in der Kneipe nebenan. Und sich dann und dort überlegen, wen sie schon alles in den Tod getrieben haben. Weiteres siehe unter Todesanzeigen in der BZ. Seit Monaten…
Harte Arbeit
18.01.2009 - 14:36 posted by ghostUnsere Bauern mit ihren 250 000 Franken teuren Traktoren haben derzeit harte Arbeit vor sich: Sie müssen in den Wald und sich um das Holz für den nächsten Winter kümmern.
Und das geht, wie in den Zeitungen zu lesen ist, nicht immer unfallfrei ab. Aber immerhin können diese Zugmaschinen durch riesige Schneemassen fahren - auch dort, wo selbst Autos mit Vierradantrieb hoffnungslos versagen. So gesehen ist die Investition dann auf die Dauer - so lange es noch Winter gibt - eine sinnvolle.
Back to the roots
17.01.2009 - 19:20 posted by ghost
Freund Leo war es in diesen Tagen einfach zu kalt. Deshalb beschloss er, seine Batterie abzuschalten und ich durfte den Pannendienst rufen. Schnellüberbrückung, sagte mir der Herr vom TCS, und dann sofort gute 20 Minuten herum fahren, damit die Batterie sich wieder erholt.
So fuhr ich dann halt eigentlich sinnlos durch die Gegend und irgendwann kam mir in den Sinn, dass ich schon lange nicht mehr in Melchnau war. Das ist eigentlich nur ein kleines Kaff am Beginn des Emmentals, aber ich verbrachte dort wunderschöne Jahre, meine Tochter kam dort zur Welt und ich fuhr noch Döschwo. Ich hatte einen belgischen Schäferhund und auch manchmal den Dackel meines Chefs in Pension. Also ab nach Melchnau, dann wird der Leo sicher wieder glücklich sein.
Das bedeutete aber auch, dass ich raus aus dem Nebel kam in eine strahlende Winterlandschaft, blauer Himmel, alles weiss, und ich spürte die Erinnerungen in mir hochkommen. Etwa an den “Tomatenköbeli”, den ich - auch in einem strengen Winter - auf Wunsch seiner Frau suchen gefahren bin, mitten in der Nacht, und den ich dann fand, irgendwo mitten in einem Feld entlang der Strasse, schon fast eingefroren und vollkommen betrunken. Oder an die Würste, hausgemacht, des Bauern nebenan. An die vielen, vielen Pilze, die ich in der Umgebung gefunden hatte. An die Heirat meiner Schwester in der Kirche zu Melchnau - damals kamen noch alle Verwandten aus Deutschland mit und belegten nahezu alle Hotelbetten, die Melchnau und auch das Dorf, das sich sich Stadt nennt, zu bieten hatten.
Als mein Leo dann seine 50 Kilometer abgespult hatte, konnte ich auch wieder den Erinnerungsfilm löschen. Bis zum nächsten Mal…
Heimatschutz oder was?
16.01.2009 - 12:38 posted by ghostSeit Jahren steht dieses Haus leer. Der letzte Bewohner verliess es fluchtartig, als er bei Regen nur noch mit dem Schirm seine Autosportsendung im TV gucken konnte und die Mäuse mit seinen Hunden Verstecken spielten.
Dann wurde das Haus wieder zur Vermietung ausgeschrieben. Und Interessenten gab es einige. Aber diese wollten das Haus entweder renoviert beziehen oder dann selbst Hand anlegen und die Hütte wieder zu einem Haus werden lassen. Doch das geht nicht so einfach, denn…
…auf dem Hüttli liegt ein Bann. Und der kommt entweder vom Heimatschutz, vom Gebäudeschutz, vom Ortsbildschutz oder von sonst einer Schutzorganisation. Jedenfalls darf an der Bretterbude nichts verändert werden. Vielleicht aber will auch der Eigentümer einfach kein Geld in die Hand nehmen, um eine Sanierung anzustreben. Wie dem auch sei: Das Haus mit dem Rad scheint unbewohnbar. Und gerade ein Paradestück auf dem Wege zu den grossen Villen ist es auch nicht. Aber es hat immerhin noch ein altes Wagenrad…
Schneesturm
15.01.2009 - 16:19 posted by ghost
Auf einer selten gebrauchten Speicherkarte fand ich dieses Bild, wohl aus dem Dezember, als der Wind peitschte und den Schnee vor sich her trieb wie ein Tiger seine Beute. Und als ich heute aufstand, war wieder viel Schnee gefallen, allerdings ohne Sturm. So langsam kann ich all jenen nachfühlen, die sich wieder nach Sonne und Wärme sehnen….









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