
Unser Rotkehlchen ist beim Manitou kein Angsthase, resp, kein Angstvogel. Das Rotbrüstchen voraus, hüpft es uns manchmal schon fast vor die Füsse, immer pickend, immer schauend, ob sich da was bewegt, das gefährlich werden könte.
Inzwischen kommt es sogar manchmal, wenn ich ein bisschen mit der Zunge schnalze. Für die Rotbrust heisst das wohl: “Oha, der Mensch streut wieder Futter.” Also kommt es von irgendwo her, beginnt zu picken, setzt sich dann zum Verdauen auf die Wasserrinne. Und dann kommt der echte Vogel-Sport: Knöpfli (wegen der Kulleraugen) hüpft die Stiege im Garten hinauf. Die Treppen sind etwa viermal so hoch wie der kleine Vogel gross ist.
Wir füttern natürlich weiter, bis der Frühling kommt. Das wissen auch die Amseln. Zuerst waren es zwei Männchen und ein Weibchen.
Die Männchen begannen dann anfangs Januar zu buhlen. Ein richtiges Gezänk, das wir da jeweils aus dem Fenster beobachtet haben. Inzwischen hat sich die Sache beruhigt, es ist ein zweites Weibchen zur Amsel-WG gestossen. Und jetzt herrscht wieder Frieden.
Logisch, verstehen die Nachbarn das alles nicht. Die haben nicht mal ein Vogelfutter-Häuschen im Garten. Dabei gibt es nichts Schöneres, als bei offenem Fenster vom ersten Gezwitscher geweckt zu werden. Viel, viel besser als Kuhglocken, die unsere Nächte stören. Und vor allem: Nachts schweigen die Vögel - die wollen auch pennen.