Eigentlich schade um das Stroh…

25.01.2010 - 16:30 posted by ghost

…das da so nutzlos zwischen Regen, Schnee und Wind herum flattert. Mein Vater hätte gesagt: “Der Bauer hat geerbt, er braucht nicht mehr aufs Feld.” Und meine Mutter hätte angemerkt, dass dies sicherlich kein gutes Beispiel sei für die Schüler, ein paar hundert Meter weiter im Schulhaus.

Aber mit den heutigen Subventionen braucht der Bauer sein Stroh ja nicht - das kauft er ein und schläft weiter…

Abbruch-Haus

25.01.2010 - 11:19 posted by ghost

Hier wohnte einmal ein alter Freund. Das Haus ist sehr alt, wenn es regnete, musste der Kollege aus dem Schlafzimmer fliehen und sich irgendwo in der Hütte ein trockenes Plätzchen suchen - das Dach war löchrig wie ein Emmentaler Käse.

Jetzt wird seit Monaten das Haus innen ausgeräumt.Ein Abriss kommt nicht in Frage, da scheinbar das Ortsbild gestört werden könnte oder dann hat der Heimatschutz etwas dagegen oder sonst so ein Klub, der Antiquitäten erhalten will. Nur kommt der Umbau einfach nicht voran.Und die offenen Fenster haben etwas Gutes: Sie erlauben es freilaufenden Katzen, davon hat es wieder sehr viele, über Nacht unter einem Dach, das zwar tröpfelt, aber immerhin vor dem Wind schützt, zu schlafen. So gesehen erfüllen manchmal auch Ruinen noch einen guten Zweck…

Wenn das Dorf zur Stadt wird…

22.01.2010 - 14:30 posted by ghost

…dann werden Blocks gebaut. So nette Raum an Raum Wohnungen. Wo jeder hören kann, was der oben, der unten, der nebenan macht oder tut oder eben nicht tut. So auch im Dorf, das sich Stadt nennt. Dort entstand nämlich innert weniger Monate ein gar grauslicher Block, grün bemalt, und fürchterlich (selbst die Kamera weigerte sich!) anzusehen.

Aber jedenfalls hat man für das Wohl der Bauarbeiter gesorgt: Toi, toi… - das steht auf dem Plumpsklo. Gerade neben dem kleinen Denner. Vermutlich muss sich der Arbeiter zuerst den Schlüssel beim Vorarbeiter besorgen. Und der dann beim Bauchef. Bis dann hat der Arbeiter seinen Brunz schon in der Hose. Toi, toi…

Ski fahren

18.01.2010 - 16:46 posted by ghost

Da kommt so richtig Lust auf: Unberührter Schnee, sichere Hänge, wedeln im Tiefschnee. Aber: Wie schon mein Vater und meine beiden Schwiegerväter habe auch ich mit 60 aufgehört, die Skier anzuschnallen. Zu wenig Training, zu wenig Kondition, zu wenig Ausdauer.

Aber schliesslich kann man ja auch nicht alles haben… Doch träumen darf man schon noch davon, auch mit offenen Augen.

Eigentlich denke ich oft über die vielen Wochen in St. Moritz nach. Und auch über die vielen Wochen in Wengen. Jahrelang, immer im Winter. Was dort der Corvatsch und die Corviglia als Abfahrten galten, waren in Wengen der Männlichen und der Eigergletscher. Sarah, meine Tochter fuhr ab knapp vier Jahren mit. Damals schon mit Helm - sie wurde angeschaut als sei von einem fremden Stern. Helme? Hä?

Und dann fahre ich durchs Wallis und denke an Crans-Montana, an Fiesch, an irgendein Skilager, denke aber auch daran, dass ich mal in der Innerschweiz von Berg zu Berg gefahren bin. Vermutlich kommt meine Midlife-Krise erst jetzt so richtig. Deshalb: Skier definitv abgeben…

Knöpfli wird immer zutraulicher

15.01.2010 - 16:31 posted by ghost

Unser Rotkehlchen ist beim Manitou kein Angsthase, resp, kein Angstvogel. Das Rotbrüstchen voraus, hüpft es uns manchmal schon fast vor die Füsse, immer pickend, immer schauend, ob sich da was bewegt, das gefährlich werden könte.

Inzwischen kommt es sogar manchmal, wenn ich ein bisschen mit der Zunge schnalze. Für die Rotbrust heisst das wohl: “Oha, der Mensch streut wieder Futter.” Also kommt es von irgendwo her, beginnt zu picken, setzt sich dann zum Verdauen auf die Wasserrinne. Und dann kommt der echte Vogel-Sport: Knöpfli (wegen der Kulleraugen) hüpft die Stiege im Garten hinauf. Die Treppen sind etwa viermal so hoch wie der kleine Vogel gross ist.

Wir füttern natürlich weiter, bis der Frühling kommt. Das wissen auch die Amseln. Zuerst waren es zwei Männchen und ein Weibchen. Die Männchen begannen dann anfangs Januar zu buhlen. Ein richtiges Gezänk, das wir da jeweils aus dem Fenster beobachtet haben. Inzwischen hat sich die Sache beruhigt, es ist ein zweites Weibchen zur Amsel-WG gestossen. Und jetzt herrscht wieder Frieden.

Logisch, verstehen die Nachbarn das alles nicht. Die haben nicht mal ein Vogelfutter-Häuschen im Garten. Dabei gibt es nichts Schöneres, als bei offenem Fenster vom ersten Gezwitscher geweckt zu werden. Viel, viel besser als Kuhglocken, die unsere Nächte stören. Und vor allem: Nachts schweigen die Vögel - die wollen auch pennen.

Abschussturm

14.01.2010 - 18:18 posted by ghost

Die Minarett-Diskussion gipfelte darin, dass da gewisse SVP-Politiküsser der Meinung waren, aus den islamischen Türmen könnten Raketen auf die Schweizer Städte abgeschossen werden. Nun, die SVP hat sich scheinbar noch nie die evangelischen Kirchtürme angeschaut.

Denn diese Türme sehen sehr gefährlich aus. Fast gemacht wie für Kurzstrecken-Raketen. Vorher noch ein lautes Gebimmel, dann ein Krach, ein Feuerschweif, und schon ist so eine Rakete irgendwo in einer Stadt gelandet, die nicht so evangelisch ist wie sie sein sollte.

Manchmal sollte man diesen SVP-Stimmungsmachern zuerst die Ohren lang ziehen, bevor sie im TV für ihre Partei werben dürfen. Und dem Stimmvolk klar machen, dass die SVP nicht mehr weiter rechts rutschen kann, sonst wird sie zu einer echten Hetzpartei. Aber eben - der Bürger stimmt ab. Und der weiss ja, von wem er eingelullt wird…

Schade nur, dass diese SVPler immer noch im Dorf das Sagen haben. Aber vielleicht gibt es ja einen Zusamenschluss mit der PNOS (das sind die heutigen Hitler-Jungs). Und die sind im Dorf, das sich Stadt nennt, mächtig im Kommen…

Bus von Chur

13.01.2010 - 17:33 posted by ghost

Das war im Oktober. Jetzt dürfte auch der BUS seine Probleme haben. Es schneit im Bündnerland, gewaltig.

Winterschlaf

09.01.2010 - 19:21 posted by ghost

Bis heute am Abend hatte die Schaufel, nicht gerade eine Freundin von mir, ihre Ruhe - sie war eigentlich schon fast vergessen und verharrte im Winterschlaf.

So wie es jetzt aussieht, wird sie morgen in die Pflicht genommen werden. Aber zuerst wird einmal richtig ausgeschlafen…

Und nach dem Schlaf dann schnell an die frische Luft, eingepackt wie ein Eisbär, und gesehen, dass da eigentlich Arbeit für die Schaufel da wäre - das Bild aber stehen gelassen, damit meine Frau auch sehen kann, dass wir da nächtlichen Besuch hatten. Was eigentlich FReude macht - irgendwie hatte es sich - noch vor dem Tod unserer Katzen - im Samtpfotenreich herum gesprochen, dass da auf dem Fensterbrett immer etwas bereit steht zum vernaschen.

Aber das war einmal. Long time ago…

Nach vielen Tunneln…

06.01.2010 - 18:20 posted by ghost

…kam plötzlich das Licht. So schnell, dass es aussah wie der Blitz eines explodierenden AKW. Aber es tat gut, das Licht und änderte die Stimmung sofort.


Trotzdem bleibt mir im Sinn, dass da die schweizerische Elektrobande weiterhin um ein neues AKW ringt. Gut so, dass jeder gegen jeden kämpft da, dann können wir AKW-Gegner mal erst abwarten, bis sich da jemand besonders hervor tut, bevor wir gewaltlos auf die Strassen gehen werden. Der Kampf der Konzerne ist natürlich wie immer mit viel Geld verbunden - das eine fliesst in diverse Politiker-Händchen, das andere will verdient werden, am besten mit ein paar V-Männern in den Zentren der Gegner. Alles eigentlich nur Peanuts, wenn ich bedenke, was diese Konzerne an einem AKW verdienen.

Und ich bin mir sicher, dass diese Herrschaften in den Elektro-Konzernen demnächst wieder von “Arbeitsplätzen” reden werden, um so das Volk zu belügen. Schade nur, dass sich das Volk wirklich einfach belügen lässt…

Da läuft was…

03.01.2010 - 11:55 posted by ghost

…im Oberaargau. Könnte man meinen, wenn man vor dieser Tankstelle steht und sich den kostbaren Saft in den Tank laufen lässt. Bei näherem Hinsehen merkt man dann aber, dass da viele Plakate mehrmals angebracht worden sind. Also doch nicht so viel los.

Und wenn man sich dann noch näher mit diesen Plakaten beschäftigt (der Tank ist gross), sieht man, dass es sich um reine Provinz-Anlässe handelt, mit Provinz-Bands, die nur Insider kennen. Das macht aber nichts - schliesslich ist diese Tankstelle so wenigstens ein Farbtupfer im ansonsten mausgrauen Dorf…